Stand: September 2016

Wegbegleiter - Wegbereiter - Weggestalter

Durch das Engagement bei uns entstehen auch Patenschaften in verschiedener Form und Ausprägung. Darüber hinaus haben wir auch Kontakt zu Gruppen und Einrichtungen, wo Vormundschaften (für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge) relevant sind.

Einige Familien konnten wir bereits erfolgreich in die Eigenständigkeit begleiten und haben im Laufe der Zeit verschiedene Erfahrungen gesammelt.

Künftig wollen wir das Anbahnen und Vermitteln von Patenschaften und auch Vormundschaften verstärken und auch die Strukturen hierfür ausbauen. Hierfür werden wir vor allem unsere vorhandenen niedrigschwelligen Angebote für den Einstieg nutzen ebenso wie das bereits vorhandene Netzwerk und auch die Kontakte, wenn es um konkrete fachliche Unterstützung geht.

Wir wollen feste Ansprechpartner und Gruppen zum Austausch etablieren und im Laufe der Zeit auch einen Begleitfaden entwickeln.

Einerseits werden Paten / Wegbereiter für eine kürzere Zeit (ca. 3-6 Monate) gesucht - hier geht es vor allem um das Ankommen, die ersten Schritte und Orientierungen mit Aufenthalt in einer Erstaufnahme.

Andererseits werden Paten / Wegbegleiter gesucht für einen längeren Zeitraum - hier geht es um das Begleiten auf dem Weg in die Eigenständigkeit in der Regel dann schon mit einem Aufenthalt in einer Folgeunterkunft oder eigenen Wohnung.

Das eine kann natürlich in das andere übergehen und wäre sehr wünschenswert.

Bei den Patenschaften kann es sich um alleinstehende Personen, Paare oder Familien handeln und erfahrungsgemäß ist es auch sinnvoll, wenn es mehrere Personen sind, es auch mehrere Paten gibt - mit Absprachen, Kompetenz- und Zeitaufteilungen. Das ist aber auch oft ein Prozess der Enwicklung, Abstimmen der Bedarfe und Notwendigkeiten.

Gern vermitteln und unterstützen wir auch bei der Übernahme einer Vormundschaft.

Meldet euch gern bei uns, wenn ihr Pate oder Vormund werden wollt ... oder auch einfach mit eurem Engagement starten wollt, das dann gern auch in eine Patenschaft mündet.

Für diese Art von Engagement gibt es viele Begriffe - Paten, Mentoren (Mentees), Weggefährten, Coach, Begleiter... Der Begriff Pate bzw. Mentor hat sich in der Regel durchgesetzt und deshalb ist es wohl auch sinnvoll, solch griffige Wörter beizubehalten - auch wenn wir in dem Zusammenhang und mit der Definition von Pate / Patenschaft etwas schwer tun.

Wir setzen uns dafür ein, dass Patenschaften auf Augenhöhe passieren und die Selbst- und Eigenständigkeit unterstützt und gefördert und durchaus auch eingefordert wird.

Wir freuen uns auf euch als Wegbereiter und Wegbegleiter und somit die Möglichkeit für viele Menschen, ihren Weg ein bisschen einfacher und zielgerichteter zu gestalten.

 

 Seit August 2016

 

Patengeschichten gibt es hier

Hier der allgemeine Flyer - auch zum Download (drauf klicken) und das nächsten Paten-Info-Treffen wird im Rahmen unseres Angebotes Come Together stattfinden.
 
31.10.2016 18:00 - 20:30 Uhr Come Together ca. 18:30 Uhr Paten-Info-Treffen
 
Wir freuen uns auf euch!
 

Das erste Paten-Info-Treffen dieser Art findet statt:
 
Dienstag 27.09.2016
18:30 - ca. 20 Uhr
Bürgerhaus Lenzsiedlung, im Salon
Julius-Vosseler-Straße 193
 
Es sind alle herzlich dazu eingeladen, die schon eine Patenschaft übernommen haben sowie alle Interessierten, die sich das grundsätzlich vorstellen können, sich informieren wollen.
 
Wir freuen uns auf euch! Es wäre toll, wenn ihr vorher bei uns meldet, damit wir einen ungefähren Überblick haben.
 
paten(at)herzlicheslokstedt.hamburg
 

Für die komplette Ansicht und zum Runterladen - einfach drauf klicken.

 

 

Hier wollen wir euch einige Paten- und auch andere Geschichten vorstellen - das ist nicht ganz einfach bzw. dauert ein bisschen länger, bis sich unsere Paten die Zeit hierfür finden. Wir freuen uns über jede Geschichte, eure Erfahrungen oder was ihr anderen dazu mitteilen wollt. Und danken euch für euren unermüdlichen Einsatz.
 
Herzliche Grüße
Anne
 
- Peter & Rajaa (Syrien)
- Nicole & Reald (Albanien)
- Florian, Yahya (Palästinenser) & Sherzad (Afghanistan)
- Corinna, Finn und Rawan (aus Syrien)
- Omar Hassan - ein Flüchtling wird Ehrenamtlicher - Geschichte im Niendorfer Wochenblatt
- Tina M. und eine Familie aus Syrien
- Lisa R. und eine Familie aus Syrien
- Linda M. und eine Familie aus Dagestan
 

 

 

 

 

 

 

 

Rajaa & Peter im November 2019

Sprach-Tandem seit ca. 1 Jahr

 
„Mein Name ist Rajaa T. und ich komme aus Damaskus, wo es überall in den Straßen nach Yasmin duftet. Dort habe ich Mathematik studiert und meinen Bachelor gemacht. Doch durch den Krieg hat sich alles verändert und ich musste meine Heimat schweren Herzens verlassen. Über die Türkei und Griechenland bin ich nach Monaten quer durch Europa schließlich in Deutschland gelandet. Köln, Hamburg, Friedland, Buxtehude waren meine Stationen, bevor sich endlich mein Herzenswunsch erfüllte und ich nach langer Zeit meine Aufenthaltsgenehmigung für Hamburg bekam.Hier habe ich gemerkt, dass ich wirklich angekommen bin im fremden Land - denn Hamburg hat alles, was auch meinem Wesen entspricht: Lebendigkeit, Offenheit, Akzeptanz, Multi Kulti und noch viel mehr. Diese Atmosphäre hat mir geholfen, meine Seele wiederzufinden …“
 

„Mein Name ist Peter G., ich bin pensionierter Gesamtschullehrer und arbeite seit dem Herbst 2017 beim offenen Deutschangebot vom Herzlichen Lokstedt mit. Dort habe ich Rajaa im Sommer 2018 als wissbegierige und begabte Schülerin kennengelernt, mit der das Lernen viel Spaß gemacht hat. Als sie sich auf ihre C1-Prüfung vorbereitete, trafen wir uns auch außerhalb des Kurses zum Üben. Rajaa hat mich immer wieder verblüfft mit ihren grammatischen Kenntnissen, aber auch in der Kommunikation wurde sie ständig besser - so gut, dass sie bald bei den Deutsch-Abenden im Bürgerhaus Lenzviertel beim Unterrichten helfen konnte. Auch die C1-Prüfung bestand sie und kann nun ihr Studium an der Hamburger Uni fortsetzen. Sie möchte Lehrerin werden …“

Dazu sagt Rajaa:„Ja , ich studiere  tatsächlich  seit einem Monat auf Lehramt – Mathe und Informatik – und das ist ein tolles Gefühl. Aber wie weit ich mit dem Studium komme, kann ich noch nicht sagen, da ich nicht weiß, ob ich Bafög bekomme. Außerdem gibt es – trotz aller Fortschritte – große sprachliche Probleme.Aber was immer auch geschieht – ich bin sehr dankbar, dass ich so nette und hilfsbereite Menschen kennengelernt habe, ohne die ich hier niemals so gut Fuß gefasst hätte.“

Ich lernte Yahya (16) beim Come Together kennen und wir verstanden uns auf Anhieb gut. Er wollte gern seine Sprachkompetenzen verbessern und deshalb mehr Kontakt zu Muttersprachlern aufbauen. Deshalb verabredeten wir uns ungefähr einmal wöchentlich zu verschiedenen Aktivitäten: z.B. Hafenspaziergang, Michelbesuch, Billard und Tischtennis spielen bei mir im Studentenwohnheim oder auch gemeinsam Fußball gucken und sich dabei unterhalten. Die Treffen waren stets unterhaltsam, lustig und stellten einen für beide Seiten wertvollen Austausch dar.

 

Seit kurzem betreue ich Sherzad aus Afghanistan. Er möchte Unterstützung beim Lesen, Schreiben und Sprechen, weil ihm die Deutschkurse nicht ausreichen. Trotz seiner sehr begrenzten schulischen Vorbildung zeigt er sich hoch motiviert, seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Nach den Übungen unterhalten wir uns noch gemütlich, schauen Fußball der ähnliches. Ich freue mich auf zukünftige Treffen, da er ein ein sehr netter, aufgeschlossener Typ ist und die Chemie zwischen uns stimmt, denke ich.

 

Herzliche Grüße

Florian

 

(im September 2017)